18 THOMAS REHBEIN GALERIE

AKTUELL

Bénédicte Peyrat: Tapferes Mädchen, 2017, Aquarell auf Leinen, 140 x 110 cm Courtesy: Thomas Rehbein Galerie

AKTUELL

Où en est l’herbe?

Bénédicte Peyrat

Ausstellung: 7.3. – 11.4.2020

Di–Fr von 11–13h und 14–18h / Sa von 11–16h u.n.V.

 

THOMAS REHBEIN GALERIE
Aachener Straße 5
50674 Köln

+49-221-310 10 00
art@rehbein-galerie.de
www.rehbein-galerie.de

 

 

 

Bénédicte Peyrat

Vor den Gemälden von Bénédicte Peyrat wird schnell klar, diese Künstlerin liebt nicht nur die Farben, sondern auch die Fülle. In barocker Sinnlichkeit begegnen uns merkwürdige, meist rundliche und fleischige Figuren, die so eigenwillig handeln wie sie aussehen. (…) Menschen und Dinge führen ein Leben, das nicht nach modischem Wohlstand giert, sondern in autarker Ursprünglichkeit daherkommt. Hier ist kein Mangel an nichts und die Nacktheit der Figuren steigert deren Eindringlichkeit, die bisweilen naiv wirkt, wenn da nicht jener Hauch über den Szenen liegen würde, der von Hoffnungen kündet, die wohl kaum jemals Wirklichkeit werden. Vision und Realität überlappen sich und der Frohsinn der Protagonisten kaschiert kaum jenen Abgrund, der viele von Peyrats Figuren umgibt – das Bewusstsein einer Einsamkeit hinter der Heiterkeit. Bénédicte Peyrat ist eine Porträtistin und sie liebt die, die sie malt und mit bewegtem Strich zwischen Licht und Schatten bildet. Die Abgründe unserer Existenz münden auf diesen Bildern, möglicherweise genau deshalb, weder in methodischer Verengung noch werden sie zum Vorwand ergrübelter Bildnerei. Das Personal ist authentisch, weil es jenseits von Erinnerung, Wahrnehmung und Dichtung ein Miterleben gibt, eine Form der Identifikation, die sich ohne Distanz und Schminke auf die Personen einlässt, die die Bilder bevölkern.  (aus einem Text von Erik Stephan, 2016)

Ausstellung: 7.3. – 11.4.2020

Di–Fr von 11–13h und 14–18h / Sa von 11–16h u.n.V.

VORSCHAU

William Anastasi: Blind Painting, 2019, Ölstift auf Leinwand, 78 x 61 cm

Heinz Breloh: o.T., 2000, glasierte Terracotta, 60 x 48 x 30 cm

Andreas Gefeller: 043 (Gischt), 2019
Inkjet Print on Fine Art Paper, 110 x 97 cm

François Jacob: Pas, 2019, Öl auf Leinwand, 60 x 45 cm

Bénédicte Peyrat: Die Medaille, 2017,  Aquarell auf Leinen, 210 x 150 cm

Peter Tollens: Farbiges Grau, 2016
Ölfarbe auf HDF, 36 x 37 cm

VORSCHAU

ACD-020

William Anastasi, Heinz Breloh, Andreas Gefeller, François Jacob, Bénédicte Peyrat, Peter Tollens

Aufgrund der Verschiebung der ART COLOGNE auf den Herbst 2020, präsentiert die Thomas Rehbein Galerie die für die Messe vorgesehenen Arbeiten in den Galerieräumen. Gezeigt werden neben Malerei von William Anastasi, François Jacob, Bénédicte Peyrat und Peter Tollens auch Skulpturen des 2011 verstorbenen Heinz Breloh, sowie Fotografien von Andreas Gefeller.

Ohne Eröffnung:
Donnerstag, 23. April 2020, 11 – 18 Uhr

Ausstellung: 24.4. – 16.5.2020

Di–Fr von 11–13h und 14–18h / Sa von 11–16h

 

THOMAS REHBEIN GALERIE
Aachener Straße 5
50674 Köln

+49-221-310 10 00
art@rehbein-galerie.de
www.rehbein-galerie.de

 

ACD-020

William Anastasi

Mit der Umsetzung seiner blind ausgeführten Malereien, hinterfragt William Anastasi die Idee ästhetischer Kritik innerhalb der Kunst. Durch seine Technik stellt er die Malerei und deren Beurteilung auf den Kopf. Diese Umkehrungen zeigen Anastasis Wunsch, a priori Regeln, die wir für die Einordnung der Darstellung von Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse, Subjektivität und Objektivität verwenden, kategorisch in Frage zu stellen. In diesen Arbeiten, die mit kraftvollen Gesten und bewegten Farben gefüllt sind, ist das Gesehene, laut Anastasi, letztendlich beliebig. Was wir in den Malereien sehen ist zum größten Teil eine Reflektion unserer selbst; eine nach innen gerichtete Spiegelung. 

 

Heinz Breloh

Heinz Breloh hat Zeit seines Schaffens ein ästhetisches Konstrukt entwickelt, so dass seine Werke autonom und zugleich als Instrument bildhauerischer Welterforschung funktionieren. Der Bildhauer analogisiert spezifische Probleme von Raum, Körper und Relationen sowie deren ästhetische Umsetzung in der Skulptur. Dabei richtet Heinz Breloh sein inhaltliches Interesse einzig auf die menschliche Gestalt. Der Werkstoff, die Materie, stellt für ihn keinen toten Stoff dar. Ton, Gips und Bronze werden zu potentiellen Materialisationen von geistigen Prinzipien, sowie leiblichen und seelischen Empfindungen. In seinem Arbeitsfeld wird Sinnlichkeit zur ästhetischen Kategorie; die Materie dient ihrer Darstellung in reiner Form. 

 

Andreas Gefeller

Dem Werk von Andreas Gefeller wohnt die stille Poesie intensiver Beobachtung inne. Von einer nahezu wissenschaftlichen Neugier und Begeisterung für Naturphänomene angeregt, sucht Gefeller nach Bildern hinter dem äußeren Anschein und eröffnet damit eine Ebene subjektiver Interpretation und Reflexion. Indem er Spuren aufzeigt und Strukturen offenlegt, geht er nicht nur seiner eigenen Faszination für die Schöpfung sowie einer konzentrierten Beschäftigung mit einer sich verändernden Umwelt nach, sondern versucht, Licht auf existenzielle Fragen zu werfen. Mit sensiblem Gespür legt Gefeller das assoziative Potenzial von oberflächlichen Erscheinungen frei und lotet die kosmische Dimension alltäglicher Begebenheiten aus.

 

François Jacob

François Jacobs Bildern wird immer wieder eine altmeisterliche Ausführung zugeschrieben, und tatsächlich tauchen vor dem geistigen Auge beispielsweise aufgrund der starken Helldunkel-Kontraste, der farblichen Tonalitäten oder der Motive Referenzbilder von Künstlern wie Michelangelo Merisi da Caravaggio, Paul Cézanne, Edgar Degas oder auch James Ensor hervor. Aber zugleich sind François Jacobs Bilder absolut zeitgenössisch, in erster Linie deshalb, weil sie die Menschen in unheimlichen, zwanghaften, skurrilen oder gar bedrohlichen Situationen zeigen. In Anbetracht der gegenwärtigen vielfältigen Herausforderungen, der sich die Menschheit gegenübersieht, wie etwa die zunehmende Globalisierung, Digitalisierung, Automatisierung usw. schafft Jacob zwar zeitenthobene, aber starke Visualisierungen, ohne jemals konkret zu werden. Seine Bilder spiegeln vielmehr im übertragenen Sinn einen gewissen Zeitgeist wider.

 

Bénédicte Peyrat

In ihren neuen, erstmals in Aquarell gefassten Arbeiten entführt Bénédicte Peyrat in geheimnisvolle, arkadische Landschaften, die mit traumwandlerischen, phantasmagorischen Entdeckungen überraschen. Sie vermeidet eine direkte geographische und zeitliche Einordnung, sucht aber den Dialog mit den Epochen und Stilen der Kunstgeschichte. Die Anmutung der Halbfiguren und der Großformate, die zumeist szenische Darstellungen, Akte oder Ganzkörperporträts zeigen, wirkt tradiert, wird aber durch Details, Kleidungsstücke oder technische Geräte, in der Gegenwart verortet. Man sieht die zart in Aquarell gefassten Figuren und ahnt die Lust an ihrer körperlichen Bildung, die auch dort, wo ein Körper kaum bis ins letzte Detail ausgearbeitet ist, zu geschlossener Gestalt findet. Hier berührt Peyrat den Reichtum alter Formen und entwirft einen eigenen Typus menschlicher Gestalten, deren Physiognomien sich ähneln, die aber eher essenziell als in einem realistischen Sinne wirklich abbildhaft sind.

 

Peter Tollens

Peter Tollens’ aus der Ferne vermeintlich einfarbigen Gemälde erweisen sich in der Nahsicht als vielfach polychrom. Wenn man von der Seite auf ein Bild blickt, zeigen sich die vielen Lagen von Farben, die Tollens mit Pinsel und Spachtel aufträgt, bis sie ein eigenes Licht und eine gelegentlich expressive Haptik entwickeln. Der Ursprung seiner farbgesättigten, scheinbar monochromen Bilder, die aus zahlreichen Schichten aufgebaut sind, wurde schon im Studium angelegt. Während sein Lehrer Stefan

Wewerka Alltagsgegenstände veränderte, untersuchte er Werkzeuge und Materialien auf ihre Verwendbarkeit. Tollens‘ Malerei lässt die Integrität und Eigenständigkeit der Materialien innerhalb der Kunstform in Erscheinung treten, und es ist klar ersichtlich, dass die Farbe das Thema seiner Gemälde ist.

Ausstellung: 24.4. – 16.5.2020

Di–Fr von 11–13h und 14–18h / Sa von 11–16h

VORSCHAU

Gerd Bonfert: F24-2, 1995, Silbergelatine gerahmt, 134,5 x 101,5 cm

Gerd Bonfert: H74-1, 2012, Silbergelatine gerahmt, 126 x 94 cm

VORSCHAU

Gerd Bonfert

Eröffnung: Mittwoch 20. Mai 2020, 18 – 21 Uhr

Ausstellung: 21.5. – 20.6.2020

Di–Fr von 11–13h und 14–18h / Sa von 11–16h

 

THOMAS REHBEIN GALERIE
Aachener Straße 5
50674 Köln

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art@rehbein-galerie.de
www.rehbein-galerie.de

 

Gerd Bonfert

Es sind geplante, kontrollierte Bilder, Imaginationen, die Gerd Bonfert im Atelier mit einem seit Jahrzehnten wenig veränderten Vorrat alltäglicher Requisiten in traditioneller, also konsequent analoger Photographie realisiert. Weder bei der durchwegs schwarzweißen Aufnahme noch im weiteren Prozess der Bildwerdung – Bonfert stellt alle Abzüge in der eigenen Dunkelkammer in traditioneller Manier selbst her - kommen digitale Verfahren zur Anwendung. Was als photographisches Bild zu sehen ist, verdankt sich allein dem Zusammenspiel zwischen Zeit, Licht, dem Raum und den Objekten vor der Kamera. Bei der Umsetzung seiner introspektiven Bildvorstellungen in die sichtbare, physische Bildtatsache der Photographie ist der Künstler sein eigenes Modell. Er ist Subjekt und zugleich Objekt eines Prozesses, der während der alles entscheidenden Phase der Belichtung, der eigentlichen Bildwerdung, für ihn selbst unsichtbar ist, allein als Imagination existiert und erst im nachhinein als nunmehr sichtbare Umsetzung dieser Vorstellung (mit allen Zufällen und Unwägbarkeiten) akzeptiert oder verworfen werden kann.

Es sind Erfindungen, Entdeckungen des Körpers, der Figur (nicht der Person, des Individuums), die so nur in der Realität des Bildes zu haben sind, im Medium der Photographie verwirklicht werden können. Es sind Bilder eines unwirklichen, befremdlichen Seins zwischen An- und Abwesenheit, Übergangsstudien und Auflösungserscheinungen, furiose Verwandlungen zwischen Erscheinen und Verschwinden, Fleischwerdung und Entkörperlichung. Meist sind sie in Haltungen der Ruhe zu sehen, gelassen und nachdenklich, Sitzmöbel rahmen und bestätigen ihr merkwürdiges Dasein, fungieren als Stellvertreter. Dynamischer, eher von Verwandlungshandlungen geprägt sind die älteren Aufnahmen, die Körper transformiert in jähe Lichtereignisse, agieren inmitten statisch-zeitloser Interieurs. Von Melancholie sind alle Arbeiten grundiert, einer steten, unabschließbaren Suche, deren Zentrum dunkel bleibt und zugleich diese vermeintlich aus der Zeit gefallenen Bilder einer beharrlichen Beschäftigung mit auch weiterhin essentiellen Themen (Sein, Zeit, Wirklichkeit) ans Licht bringt.

Die stets unbetitelten Arbeiten Gerd Bonferts entstanden lange Zeit vor allem als Innenbilder, Innenraumbilder. Einige jüngere Arbeiten suchen den Übergang. Fenster als Grenze und Durchlass zwischen Innen und Außen, zwischen Interieur und Natur sind ein Motiv, Berge trockenen Herbstlaubs auf Tisch und Stühlen ein anderes, das neue, weitere Bereiche öffnet. Diesen Aufnahmen ging eine lose Reihe von Landschaftsphotographien voraus, zunächst mit archaischen Lochkameras eingefangene Bilder, seit einigen Jahren entstehen sie auch mit konventionellen Kleinbildgeräten. Vor allem das Innere eines wilden Waldes ist zu einem immer wieder aufgesuchten Motiv geworden. Die Taten des Lichts, sein Fließen und Gleißen auf Blättern, Gräsern und Ästen, ihre Auflösung in flirrender Helligkeit und dichter Dunkelheit, die Verwandlungen des Dickichts in facettenreiche, kaum durchschaubare Lichtspielräume zeigen eine andere, durch die Offenheit für den Augenblick und die Gegebenheiten des Ortes ermöglichte Form der Bildfindung.  

Mit den Mitteln analoger Photographie zeitigen Gerd Bonferts Aufnahmen feinste Gradationen leiblich-physischer Präsenz, sie zeigen Fragilität und Flüchtigkeit, die Fragwürdigkeit des Sichtbaren. Dies alles wird durch das beglaubigende Aufzeichnungsmedium der Photographie zu merkwürdig realen Ereignissen, die im Bild festgehalten, aufgehoben sind.   

Jens Peter Koerver, 2020

 

Eröffnung: Mittwoch 20. Mai 2020, 18 – 21 Uhr

Ausstellung: 21.5. – 20.6.2020

Di–Fr von 11–13h und 14–18h / Sa von 11–16h

 

ARCHIV

Joëlle Dubois: Lady at bath, 2019, Acryl auf Holz, 30 x 23 cm

Joëlle Dubois: Craving that Vitamin D, 2019, Acryl auf Holz,
23 x 17 cm

Portrait Joëlle Dubois, November 2019

ARCHIV

Joëlle Dubois

Eröffnung: Freitag, 17. Januar, 18–21h

Ausstellung: 18.1. – 29.2.2020

Di–Fr von 11–13h und 14–18h / Sa von 11–16h

 

THOMAS REHBEIN GALERIE
Aachener Straße 5
50674 Köln

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Joëlle Dubois

Nach ihrer Teilnahme an den New Positions der Art Cologne 2019, zeigt Joëlle Dubois in ihrer ersten Einzelausstellung in der Thomas Rehbein Galerie neue Arbeiten, die mit Ironie und Pragmatik die Kehrseiten digitaler Kultur beleuchten. Die entblößenden Szenen einer Gesellschaft, die sich selber in den latent narzisstischen Selbstdarstellungen anderer reflektiert, kreisen um Sexualität, Einsamkeit und Selbstreflexion. Dubois' Malerei bezieht sich stilistisch sowohl auf Pop- und Medienkultur als auch auf japanische Shunga – erotische Holzschnitte, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden. Neben den bekannten kleinformatigen Acrylmalereien auf Holz werden in der Ausstellung auch neue Tusche Zeichnungen zu sehen sein.