08 VAN DER GRINTEN GALERIE

AKTUELL

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Im Dialog mit Joseph Beuys

Michael Rueth, Peter Severiens

Ausstellung: 23. Januar – 20. März 2021

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

VAN DER GRINTEN GALERIE
Gertrudenstr. 29, 1. Stock
50667 Köln

+49-221-29 85 91 75
art@vandergrintengalerie.com
www.vandergrintengalerie.com

Im Dialog mit Joseph Beuys

Wie sehr Joseph Beuys, dessen 100. Geburtstag 2021 gefeiert wird, durch seine Persönlichkeit in die Welt hinein gewirkt hat, das können alle Zeitgenossen intensiv bezeugen, vor allen Dingen diejenigen, die ihn näher kennen gelernt haben.

In der Ausstellung „Im Dialog mit Joseph Beuys“, die die Van der Grinten Galerie von Januar bis März 2021 organisiert, kommen zwei dieser Zeitgenossen zu Wort, und zwar durch ihre fotografischen Bilder: Michael Ruetz und Peter Sevriens.

Michael Ruetz (1940 in Berlin geboren) hat Joseph Beuys über vier Jahre lang von 1970 bis 1974 fotografisch begleitet. Von ihm stammen weltberühmte Aufnahmen wie „Familie Beuys guckt Raumschiff Enterprise“ (die Van der Grinten Galerie gibt sie als Collector’s Edition zum parallel erscheinenden Fotobuch heraus) aber auch zahlreiche Bilder, die Beuys im Atelier, mit Studenten in der Akademie und bei Aktionen wie „Celtic“ in Basel zeigen. Gemeinsam mit dem Künstler wählte die Galerie die Bilder für das Gesamtkonzept der Ausstellung aus, die größtenteils zum ersten Mal zu sehen sein werden. 

Michael Ruetz publizierte zahlreiche preisgekrönte Bücher, u.a. über die 68er-Bewegung. 1982 bis 2005 hatte er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig inne. Er lebt in Berlin.

Peter Sevriens (1942 in Venlo geboren) ist seit den 70er Jahren als bildender Künstler im Sauerland sesshaft geworden, nachdem er im Antikenhandel gearbeitet hat und auf allen Ozeanen zur See gefahren ist. Sein Interesse an Künstlern seiner Zeit und seine Neugierde ließen ihn Anfang der 80er Jahre Fotoserien von den international bedeutenden Künstlern im Umfeld der Düsseldorfer Akademie machen. Diese erschienen zunächst in einer Zeitung und dienten ihm danach sowohl als Ideenquelle wie auch als Ausgangsmaterial für bildkünstlerische Weiterentwicklungen. 

Wir zeigen die zum Teil von Joseph Beuys signierten Vintage-Abzüge der Bilder, die bei Peter Sevriens Besuchen im Atelier von Beuys entstanden sind.

Ausstellung: 23. Januar – 20. März 2021

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

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ARCHIV

Elger Esser: Le Havre II, 2019, direct print on silver coated copper plate, shellac, framed, 33 x 43 x 4cm, Ed. 3 (+1AP)

ARCHIV

Photography

Elger Esser

Eröffnung: 31. Oktobber 12 – 18h

Ausstellung: 31. Oktober 2020 – 16. Januar 2021

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

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Elger Esser

Als Gustave Le Gray (1820-1884) um ca. 1850 mit seinen Fotografien die ersten Erfolge erfuhr, war dieses Medium eine noch sehr junge Abbildungstechnik - im Jahr 1826 hatte Nicéphore Niepce auf einer beschichteten Kupferplatte die erste lichtempfindliche Aufnahme der Bildgeschichte geschaffen. Diese neue, vielversprechende Möglichkeit, die Welt in ihrer Wirklichkeit und in allen Erscheinungsformen aufzunehmen und genau abzubilden hatte allerdings ein gewaltiges Manko in sich: Das Fehler der Farben. Das aber ermöglichte andererseits dem Betrachter den Eintritt in eine neue Dimension der Abstraktion durch die Fähigkeit, die umgebende Welt ohne ihre Farbigkeit wahrzunehmen und zu verstehen. Denn dort bestand sie ja nur aus grauen Werten. Die Nachkolorierung wurde sehr schnell als Ergänzung verwendet aber auch das, was man bei den Landschaften von Le Gray feststellen kann: Mit den von ihm genutzten technischen Möglichkeiten versuchte er, die überwältigenden, von und in der Natur vorgegebenen Farben nachfühlbar, ja sichtbar zu machen.

Le Gray, der sicherlich der bedeutendste Landschaftsfotograf des Second Empire ist, hatte eigentlich Malerei studiert. Er hörte auch nie auf, sich als Künstler zu verstehen. Ihm ging es nicht um die getreue Abbildung der Welt durch die Fotografie, sondern um die Wiedergabe eines Gefühls für diese Welt. Sein unglaubliches Gespür für Bildaufbau findet sich in seinen „Marines" (Seelandschaften) am deutlichsten wieder, die als künstlerisch durchdachte Zusammensetzungen von zwei separat voneinander belichteten Negativen - eins für den Himmel und eins für das Meer - überwältigende Kompositionen aus Linien, Licht, Kontrasten, aus ruhigen und dynamischen Flächen sind.

Anders als bei Le Gray ist Elger Esser ein Fotograf, der zum Maler geworden ist. Aber wie bei Le Gray und vielen Pionieren des XIX. und XX. Jahrhunderts ist der 1967 geborene Esser stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, sein künstlerisches Feld zu erweitern. Dies geschieht bei ihm unter anderem in der ständigen Beschäftigung mit der vorangegangen Bildgeschichte, ob in der Fotografie oder in der Malerei, und, indem er sich mit den Meistern der Literatur des XIX. Jahrhunderts, der ersten wahren Moderne also, in Beziehung setzt: Proust, Flaubert, Huysmans, Maupassant, Corot, die Barbizon Schule, Monet, Le Gray sind Referenzen, die ihn unaufhörlich anregen. In seinem seit Mitte der 90er Jahre entstehenden Werkkorpus aus Landschaften überführt Esser das Gesehene ineine zeitliche und imaginäre Dimension, die der Gegenwart bewusst, jedoch zugleich enthoben ist. Seine persönliche Biografie, die ihn mit Frankreich und Italien verbindet, sein breites Wissen um die Kunstgeschichte und seine ständige Reflexion um das Entstehen eines Bildes ermöglichen Esser eine einzigartige Position in der künstlerischen Gegenwartsfotografie zu besetzen.

Elger Esser’s Hommage an Le Gray hat er eigens für die aktuelle Ausstellung seiner jüngsten Seelandschaften in der Van der Grinten Galerie konzipiert. In einer immer noch weiter herausgenommenen Farbigkeit bildet Esser keine bestimmte Landschaft mehr ab: Es geht ihm um das Bild einer Idee von Landschaft. In ihren subtilen Nuancen von Tonwerten und im Spiel mit dem metallischen Klang des Untergrunds transportieren seine jüngsten, auf versilberten Kupferplatten gebrachten Aufnahmen diesen abstrakten Gedanken weiter. Seine Bilder sind nicht narrativ im Sinne, dass sie eine Geschichte erzählen, sondern sie beschreiben eine Geschichte: die der Essenz der Dinge, die uns mit der Zeit vor und nach unserer Zeit verbindet und die wie ein Echo im tiefen Inneren anrührt.

Eröffnung: 31. Oktobber 12 – 18h

Ausstellung: 31. Oktober 2020 – 16. Januar 2021

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

VAN DER GRINTEN GALERIE
Gertrudenstr. 29, 1. Stock
50667 Köln

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